Psychologie Psyche


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Ohne Psychologie kommt kein Beinamputierter aus dem Rollstuhl

Man kann den besten Orthopädie Arzt haben, die besten Ergo- und Physiotherapeuten mit einem arbeiten, das beste Sanitätshaus ausgewählt haben oder auch das beste Elektronikknie erkämpft haben – wenn der Kopf, das Gehirn, die menschliche Seele nicht parallel mit der Amputation zusammen arbeiten – dann wird nicht viel ordentlich funktionieren.

50% alles um, mit der Amputation und die 50% der Psyche müssen eine Einheit bilden.
 

Es gibt ständig Wechselwirkungen, die gelernt, beherrscht werden müssen.
 

Mit der OP, wo man das Bein abgenommen bekommt, beginnt alles. Einfach verstehen zu lernen, dass ohne der OP sein menschlicher Körper noch viel mehr Schaden nehmen könnte, bis hin zum Tod.
 

Auch seinem Bein danke zu sagen, für all die Jahre treue Dienste. Ein guter, alter Freund verlässt einen für immer.
 

Bereits in der Klinik beginnt das 1. Treffen mit dem Orthopädietechniker. Man muss sehr frühzeitig lernen, geistig verarbeiten, dass etwas über den Stumpf kommt. Am Anfang bekommt man eine postoperative Silikonhülle zur Ödem Therapie. Es ist ein sehr unangenehmes und komisches Gefühl. Die Narbenklammern noch nicht entfernt und schon wird der Stumpf eingesperrt in eine Art “Plastehülle”. Man muss lernen und begreifen, dass das restliche Leben in der Wachphase immer etwas über den Stumpf gerollt sein wird.
 

Die Psyche wird noch höher und stärker gefordert, wenn man dann “irgendwann” das 1. Mal in seine Interimsprothese rein gleiten muss.
 

Da oben im Dachstübchen (im Gehirn) registriert man 2 Krücken (Gehhilfen), sein gesundes Bein und so etwas wie ein künstliches Bein. 4 Punkte auf dem Erdboden, mit dem man laufen könnte. Die Psyche versagt im ersten Moment total. Wie soll das funktionieren???
Da ist die Hilfe und die Kompetenz des Orthopädietechnikers gefragt. Man muss ihm vertrauen und glauben, wie man doch wieder gehen kann.
 

Ständig stürmen neue Situationen auf den Amputierten ein. Wer da nicht kämpfen kann, neues in sich auf zu nehmen, der wird es nicht weit bringen.
Mein aller erstes Amputation – Gehvideo von mir, oh Schreck, mir kommen fast immer die Tränen. Es sieht aus, als kommt der Tod auf Gehhilfen. (Ob ich’s mal veröffendliche, damit gesunde Menschen sehen, welche Überwindung man braucht, im Freien zu gehen).
 
 

Jede Woche, jeden Monat kommt neues auf den Amputierten zu. Er merkt durch das Internet, wie viele verschiedene elektronische Knies es gibt. Er wird stabiler mit seinem 1. Knie und geht damit zum Orthopädie Arzt. Er bittet ihn um die Testversorgung mit seinem Wunschknie. (siehe auch —> für jeden Arzt).
Ich wünsche jedem Amputierten einen reibungslosen Ablauf bis hin zur Testversorgung. Gefolgt mit dem Rezept für sein endgültiges Knie. Und ich drücke die Daumen, dass es wenig Stress mit der Krankenkasse gibt.
 

Wer glaubt, dass dann der Amputierte mit dem endgültigen Knie wieder läuft wie früher, der hat sich getäuscht.
Täglich kämpft er mit Psychologie, Psyche und seiner Prothese, dass er immer mehr von seinen Gehhilfen los kommt. Da ist der Kopf, die Seele so doll gefordert, der Technik 1000% ig zu vertrauen und alles was man gelernt hat.
 

DieGeschichtegeht weiter mit Psychologie und Amputation – wer oft und viel zu Fuß unterwegs sein will. Wer auch wieder Radfahren möchte. Es wird immer ein stetiger Kampf sein, dass das Gelernte noch besser wird.
 
…. und jeder Schritt, den man laufen will ohne Gehhilfen, da MÜSSTEN IRGENDWANN ein bestimmtes Schema im Kopf hängen geblieben sein.
 

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