Rund um die Prothese


rund um die Prothese

einleitende Worte

Nach dem man reichlich im Krankenhaus das Gehen mit einem Bein und 2 Gehhilfen geübt hat und vielleicht auch die Treppe so zu benutzen, kam dann oft ein Gehbock zu Hause dazu. Da er die Sturzsicherheit noch erhöhte.

Nach der postoperative Silikonhülle folgt dann der Gipsabdruck von dem Stumpf, damit der Prothesenschaft passgenau gefertigt werden kann. (Bilder zu dem Gipsabdruck mal später)

Das 1. Mal seine eigene Interimsprothese zu tragen ist für jeden ein bewegendes Gefühl. (Da können Sie ruhig lachen, die ihre Prothese schon viele Jahre haben. Sie haben es einfach vergessen, wie es damals war.).

Aber auch das 1. “Erwachen” folgt recht schnell. Denn plötzlich steht man mit 2 Gehhilfen, einer Prothese und einem gesunden Bein da.
Zu erst die Gewichtsverteilung. Auch ich hatte am Anfang 75% meines Körpergewichtes auf dem gesunden Bein. Auf 2 Waagen sah ich, wie ich mein Gewicht verteilen muss.

Und mit der richtigen Gewichtsverteilung kam der ewige Begriff “Balance des Körpers“. Und damit das Schreckgespenst, die Angst vor dem Stürzen.

In der REHA lernte ich zu erst das seitwärts Gehen. Die Gewichtsverteilung vom gesunden Fuß auf den Prothesenfuß und zurück. So lernt man am Anfang, dass die Prothese, speziell das Knie einen trägt und man nicht stürzt. Am Anfang die Hände geführt am Geländer, damit man bei Wacklern sich festhalten kann.

Im Laufe der Zeit lernt man und auch der Kopf (Psychologie), dass die Interimsprothese und sein 1. Knie einen trägt und mit der Laufbewegung vorwärts bringt.
Sein Orthopädietechniker sagt einem schon, wo die Grenzen seines Knies sind. Und man muss sich darauf verlassen können. Denn jedes Knie funktioniert, arbeitet anders. Es gibt verschiedene Sicherheitskriterien, je nach dem, wie Sie aktiv sind und mal sein wollen.
Das komplizierte, es gibt viele Firmen, die Knie produzieren. Jeder will sie verkaufen. Aber ein Sanitätshaus kann niemals alle Knie anbieten.

Ich sage, es ist schlicht und einfach Ihre Aufgabe, gleich wenn Sie wieder zu Hause sind, sich zu informieren, welche Knie Ihr Sanitätshaus anbietet.
Ich habe in Internet gelesen und die Möglichkeiten der Knie verglichen. Sehr zeitig wusste ich, welches Knie ich mal später laufen möchte. Ich war früher viel gelaufen und wollte es wieder tun.
Dafür habe ich sogar in Absprache, Rücksprache der KK (sehr wichtig) das Sanitätshaus gewechselt. Mein jetziges Knie darf nicht jeder so einfach in eine Prothese einbauen. Auch um ein Rezept für’s Knie muss man manchmal kämpfen. Und dann bei der Krankenkasse. —> Nicht aus Spaß gibt es dieses Thema: für jeden Arzt

Hier eine kleine Übersicht der Firmen, die Prothesenknie im Sortiment haben. (Zum Teil nur englische Sprache)

Össur
Medi hat fusioniert mit Össur
Freedom Innovations wurde am 22.09.2017 von Otto Bock übernommen. (Die “alte” Webseite bleibt als solche bestehen.)
– eine extrem große Übersicht über Kniegelenke und Komponenten auf http://www.rehadat-hilfsmittel.de/ (ohne Garantie der Vollständigkeit und doppelt Auflistung!)

Ich kann Ihnen sagen, nur durch das ständige Laufen werden Sie Ihre Prothese kennen lernen. Und bei dem “Strecke laufen” werden Sie besser merken, wo irgend etwas drückt.
Sie brauchen niemanden erzählen: “Ich laufe doch genug in der Wohnung.” (Dann hätten Sie Mobilitätsgrad 1). Bei schlechtem Wetter den ganzen Tag, wenn Sie wirklich nicht aus der Wohnung kommen, schaffen Sie es schwer über 600 bis 800 Schritte.
Durch ständiges Laufen werden Sie sicherer, weil Sie sich merken, was Sie in welcher Situation zu tun haben.
Sicherlich ist das Laufen mit Kraft verbunden.
Und wer es nicht weiß, ein Amputierter braucht 3 Mal so viel Kraft, wie ein gesunder Mensch. Warum es so ist? An manchen Stellen steht es im Internet. Man bekommt es vom Sanitätshaus ab und zu gesagt.

Wir haben nur unseren Stumpf, mit dem wir die Prothese lenken und steuern können.